Deutsche Riesenkaninchen
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Die erstaunliche Entwicklung der Deutschen Riesen gelb
Stand 06.09.08


 
RÜCKBLICK
Als ich vor nahezu 30 Jahren mit der Zucht der Deutschen Riesen gelb begann, fühlte ich mich als „Einzelkämpfer“ in Deutschland. Ich erinnere mich noch, dass ich als Einsteiger in die Rassekaninchenzucht mit 16 Jahren vom Vorsitzenden meines Heimatvereins gewarnt wurde, es sei eine schwierige Rasse, ganz selten in Deutschland und sehr schwer zu bekommen. Doch mein Entschluss stand fest: Es mussten Riesenkaninchen sein  - und zwar in gelb.
Nach längerer Suche fand sich dann endlich ein Züchter. Auch während des Kaufs wurde ich noch auf die bestehenden Probleme und damit zukünftigen Schwierigkeiten hingewiesen. Schließlich war ich jugendlicher Anfänger. Die Tiere entsprachen nicht den Standardanforderungen. Sie waren mit ca. 6 kg viel zu leicht, hatten eine verjüngte Form, zu kleine schmale und faltige Ohren. „Die musst Du jetzt richtig gut füttern, der Futternapf darf nie leer werden!“ hieß es.
 
Die ersten Erfahrungen in der organisierten Zucht bis heute
Nachdem ich nun auch Abonnent der Fachzeitschrift Kaninchen war, suchte ich in allen Ausstellungsberichten nach Deutschen Riesen gelb. In der Regel Fehlanzeige. Selbst von den Landesschauen war äußerst selten etwas zu lesen. Die erste Teilnahme an einer Kreisjungtierschau mit Tierbewertungen im „G“ und niedrigen „SG“ Bereich lies erkennen, das noch enorm viel züchterische Arbeit zu leisten ist. Anfang der achtziger Jahre konnte ich auf Kreis- oder Landesschauen im Durchschnitt Bewertungen von 90 – 94 Punkten erzielen. Auch Ausreißer nach unten kamen vor. Natürlich war dies oftmals unbefriedigend und es gehörte schon eine gehörige Portion Optimismus und Liebe zu diesem Farbenschlag dazu, um trotzdem immer weiter zu machen. Ein Preisrichter strich einmal auf einer Bewertungskarte „gelb“ durch und ersetzte dies durch „rot“, obwohl dieser Farbenschlag bei den Deutschen Riesen bekanntlich überhaupt nicht zugelassen ist.
1985 in Nürnberg stellte ich erstmalig auf einer Bundeskaninchenschau eine ZG aus und freute mich über die Bewertung. Eine 0,1 erreichte sogar 95 Punkte. Ein Foto dieser Häsin wurde in der Fachzeitschrift Kaninchen als Kunstdruckbeilage 245  veröffentlicht, welches großes Aufsehen erregte. Das Tier war für damalige Verhältnisse auch schon sehr gut. Wammenfrei mit guter Körperform, etwas über 7,5 kg schwer und auch in den anderen Positionen ansprechend. Immer mehr Züchter meldeten sich bei mir und wollten Tiere erwerben. Konsequent gab ich aber stets nur Tiere an Züchter ab, welche mir fest versprachen, auf der nächsten Bundesschau mit auszustellen und zur weiteren Verbreitung dieses Farbenschlags beizutragen. Das dies nicht immer so umgesetzt wurde, ist eine andere Sache. Einige Züchter hielten aber ihr Versprechen.
In den folgenden Jahren machte ich die Erfahrung, dass die Bewertungen auf Bundesebene höher waren als auf Kreis- oder Landesebene. Offensichtlich wirkte sich die vorhandene Konkurrenz auf Bundesschauen positiv aus. Einen Kreismeistertitel zu erreichen, war mir damals hauptsächlich wegen der großen Qualitätsunterschiede in der Zucht kaum möglich, zumal ich zwei ZG hätte ausstellen müssen. In diesem Zusammenhang ist positiv anzumerken, dass die Zusammenlegung von schwach besetzten Rassen / Farbenschlägen eine wirklich attraktive Regelung darstellt.


 
Immer in der Hoffnung auf Konkurrenz konzentrierte ich mich auf die Bundesschauen / Bundesrammlerschauen. Später präsentierte ich die Tiere auch auf Europaebene, so dass es erfreulicherweise sieben Jahre nach dem Erfolg auf Bundesebene zu einem weiteren signifikanten Aufschwung kam. 1992 erreichte eine Häsin auf der Europaschau in Zuidlaren/Niederlande 96,5 Punkte und erbrachte mir den Titel „Nationaler Meister“.
Als Züchter eines seltenen Farbenschlages schielt man insbesondere auf Ausstellungen immer zu den Grauen Riesen und stellt Vergleiche an. Richtiggehend unterwickelt in allen Positionen kamen mir die Gelben in den Anfangsjahren vor.
1998 trat ich in den Deutsche Riesenkaninchen Züchterclub Hessen-Nassau ein und lernte Zuchtfreund Franz Fuchs kennen, der zu dieser Zeit Zuchtwart war. Er gab mir viele Hinweise in der praktischen Umsetzung meiner Zucht Deutscher Riesenkaninchen gelb. So baute ich mir zwei unterschiedliche Linien auf. Eine mit dem Focus auf Fell und Farbe, die andere auf Körperform, Bau und Stellung sowie Kopf und Ohren. Diese beiden Linien führte ich nach mehreren Jahren zusammen. Dies war vor allem deshalb sinnvoll, weil einige Tiere einen dunklen Anflug und starke Wildfarbigkeitsabzeichen hatten. Es ist äußerst schwierig, den dominant vererbenden dunklen Anflug vollständig zu eliminieren. Nach diesem Schema ging ich in der Folge dann noch mal vor. Im Riesenkaninchenclub sind auch die Tierbesprechungen durch unseren Ehrenvorsitzenden Karl-Heinz Palm sehr hilfreich. Bei Ausstellungen stelle ich mich bis heute gern als Zuträger zur Verfügung, um bei der Bewertung der Tiere zusehen und dadurch lernen zu können.

Hin und wieder stellte ich nach Kauf von Deutschen Riesen gelb fest, dass die Nachzucht eine weiß durchsetzte Deckfarbe erbrachte. Diese Tiere sind nicht befriedigend und nicht ausstellungsfähig. Hier war eine konsequente Auslese nötig. Heutzutage ist meiner Erfahrung nach der Zuchtstand soweit fortgeschritten, dass dieser Fehler der Vergangenheit angehört.
Im Jahr 1999 konnte ein erster großer Meilenstein mit den Gelben Riesenkaninchen erreicht werden. Auf der Bundeskaninchenschau in Essen wurden sieben Zuchtgruppen gemeldet  und erstmalig der Titel „Deutscher Meister“ vergeben. Erst in den Folgejahren wurde mir bewusst, welch große Bedeutung dieser Erfolg für die weitere Verbreitung hatte. Schlagartig erhöhte sich die Nachfrage nach den Tieren um ein vielfaches!  Seitdem geht es in allen Bereichen stetig aufwärts.
Im Jahr 2003 führte Ewald Kremer, ein anerkannter Top - Züchter der Deutschen Riesen grau und Autor der Berichterstattung der großen Rassen der Bundeskaninchenschau aus, dass es bei den Gelben an den Rassemerkmalen kaum etwas auszusetzen gibt. Das ist schön zu hören, wenn man bedenkt, dass es leider auch Züchter und Preisrichter gibt, die andersfarbige Riesen ganz allgemein nicht akzeptieren. Für sie sind die wahren Riesen nur weiß und grau. Eine solche Einstellung ist für unsere Organisation und besonders dem Ausstellungswesen schädlich! So erfreut es sehr, dass beispielsweise Ewald Kremer in seiner Berichterstattung jedes Mal die Wichtigkeit der Zucht und Ausstellung aller anerkannten Farbenschläge betont.
Auf der Clubschau der Riesenkaninchenzüchter Hessen – Nassau konnte ich 2003 eine ZG mit 382,5 Punkten  stellen und 2007 kam ich auf 382 Punkte. Der Preisrichter sagte mir nach der Bewertung, dass er sehr positiv überrascht sei. „Die Gelben sind sogar besser als einige graue Tiere!“ Ein solches Ergebnis war vor zwanzig Jahren noch kaum vorstellbar! Mehr und mehr sind besonders in den letzten zwei Jahren auch auf allgemeinen Schauen sowie auf Landesebene die Gelben Riesen häufiger vertreten.

Zusammenarbeit mit Züchtern aus Österreich und Holland
Aufgrund der sehr begrenzten Möglichkeit, sich in Deutschland weiter zu entwickeln, stellte ich Kontakt zu österreichischen Züchtern her, mit denen ich Ende der achtziger bis Mitte der neunziger Jahre intensiv zusammen arbeitete. Eine langjährige Züchterfreundschaft entwickelte sich mit Rudolf Dalinger, Übelbach bei Graz. Auch an Adolf Steiner, Liezen habe ich Tiere abgegeben. Die österreichischen Zuchtfreunde mussten sich ebenso mit vergleichsweise niedrigen Bewertungen zufrieden geben. Die höchste Bewertung, die Zuchtfreund Dalinger auf einer österreichischen Bundesschau erreichen konnte, waren 381,0 Punkte im Jahre 1995. Von 2002 bis 2007 waren auf österreichischen Bundesschauen keine Deutsche Riesen gelb vertreten. Insofern haben die Gelben Riesen auch heute noch in Österreich einen äußerst schweren Stand, wenn gleich auch einige Anfragen nach Zuchttieren Hoffnung aufkommen lassen. Vielleicht wird der derzeitige Aufschwung in Deutschland ja positive Auswirkungen auf unser Nachbarland haben. Ich habe mir auch schon ein paar Mal Tiere aus Holland schicken lassen. Die Tiere waren zwar gut in der Farbe, hatten aber stets hervorstehende Beckenknochen und vergleichsweise kleine Ohren, so dass mich diese Versuche auch nicht wirklich weiter gebracht haben. Heute gibt es nach Aussage von Heinz Floer ca. 10 – 15 organisierte Züchter der Gelben Riesen in Holland. Die Qualität der Tiere kommt an die der Deutschen nicht heran. Veröffentlichungen in  Kaninchenzeitungen Die Fachzeitschrift Österreichischer Kleintierzüchter veröffentlichte auf ihrer Titelseite im April 1993 einen Deutschen Riesen gelb von der 11. Bundesschau Wels 1993. Derartige Publikationen fördern natürlich das Bewusstsein für die seltenen Farbenschläge und können insofern ein Beitrag zur Erweiterung des Züchterkreises sein.

Im Heft 20/1998 Deutscher Kleintierzüchter war der erste Artikel über gelbe Riesenkaninchen, geschrieben vom Zuchtkollegen Heinz Floer, der schon des öfteren über Deutsche Riesen berichtet hat,  zu lesen. In einem weiteren Artikel im Heft 15/2002  stellt er richtigerweise fest, dass die Gelben Riesen von Jahr zu Jahr zahlreicher und in immer besserer Qualität auf Bundesschauen vertreten sind. Ein besonders farblich schönes Foto unterstreicht den Fachbeitrag. In Ausgabe 22/2005 berichtete er erneut über Deutsche Riesen, ebenfalls mit einem Foto einer 0,1 DR-Gelb, ein weiterer Artikel mit zwei Fotos in Ausgabe 21/2007 folgte. Auch erfreulich sind die Berichterstattungen von Bundesschauen und Landesschauen, wenn die seltenen Rassen / Farbenschläge abgebildet werden.
 
Der Deutsche Kleintierzüchter brachte im Heft 5/2006 den Gelben Riesen auf die Titelseite. Ein tolles Tier der Zuchtgemeinschaft Best, Tangstedt. Des weiteren veröffentlichte der bekannte Fachautor Henry Majaura einen ausgezeichneten und umfangreichen Artikel über Deutsche Riesenkaninchen im Heft 11 und 12/2007, wobei er auch auf die einzelnen Farbenschläge einging. Eine 95,5 Pkt. gelbe Häsin von Bernd Biefel war begleitend abgebildet. Für Henry Majaura gehören die Gelben Riesen wegen ihrer wunderbaren Harmonie aus majestätischer Größe und Farbe zum Besten, was uns die Rasse bietet. So waren die Deutschen Riesen Gelb in den letzten Jahren verstärkt Gesprächsthema. Sie kamen in die Auswahl der nominierten Kaninchenrassen des Jahres 2007. In Heft 09/2008 zeigte das Umschlagbild der Kaninchenzeitung einen 1,0 mit 96,0 Punkten von Andrè Huckfeld.
Riesenclubschau Hessen Nassau 2007
Bester 1,0 DR gelb
(das spätere Bundessiegertier Bremen 2007 mit 97,0 Pt.)

Beitrag im Fernsehen
Der Hessische Rundfunk besuchte mich anlässlich meines Erfolges zum zweifachen Bundessieger und Deutschen Vizemeister bei der Bundeskaninchenschau in Bremen 2007 zu Hause in meiner Anlage und brachte in der Sendung „Main Tower“ am 24. Januar 08 einen Beitrag. Die organisierte Rassekaninchenzucht, unser örtlicher Verein und die Deutschen Riesen gelb waren in den Medien präsent.
 
Interview durch Fernsehsender Hessischer Rundfunk

Deutsche Riesen gelb auf Bundesdeutschen Schauen und Europaschauen
Die Meldeergebnisse zeigen eindrucksvoll die erstaunliche Verbreitung und die Verbesserung der Qualität der Gelben Riesen in den letzten Jahren auf. Die nachfolgenden Ausführungen und Daten entstammen nicht nur meinen eigenen Unterlagen. Im Rahmen der Recherche besuchte ich den Zuchtfreund Karl Schleicher in Motten, der mir dankenswerterweise Einblick in Kaninchenschaukataloge bis zurück in die sechziger Jahre ermöglichte. Bei dieser Gelegenheit besichtigte ich auch seine äußerst sehenswerte Zuchtanlage. Sicherlich nicht nur für jeden Riesenzüchter ein beeindruckendes Erlebnis. Ebenso gilt der Dank Karl-Heinz Palm, der mich auch mit mehreren Daten versorgte.
 
Bundessiegerhäsin Bremen 2007,
97,5 Punkte mit Züchter Johannes Renninghoff  vor Stallanlage

Stuttgart 1995
Ausgestellt werden 17 Tiere in 4 ZG und ein ET. Mit jeweils 377 Punkten werden die ZG von Wolfgang Herrmann, Karlsruhe, und Edmund Rosenkranz, Wipperfürth, bewertet. Meine ZG erreicht 374,5 Punkte. Das Einzeltier wird mit 95 Punkten bewertet. Eine 96 Punkte Häsin von Wolfgang Herrmann in der o.g. Zuchtgruppe läßt die Hoffnung zu, dass zukünftig mehr möglich sein kann.

Bundesrammlerschau 1996 Offenbach
Insgesamt 6 Tiere werden gezeigt. 2 Tiere von Wolfgang Herrmann, (94/ 94,5 Punkte),
4 von Johannes Renninghoff (92,5 – 94,5 Punkte).

Nürnberg 1997
8 Tiere in 2 ZG. Adolf Brommer, Erlangen – Bruck (376,5), Johannes Renninghoff, (373)

Bundesrammlerschau 1999 Saarbrücken
7 Tiere gemeldet. Wolfgang Herrmann stellt zwei 1,0 mit jeweils 95 Punkten. Die niedrigen Bewertungen liegen bei 92,5 Punkten.

Essen 1999
Der Bann scheint gebrochen. Der erste Deutsche Meistertitel geht an Gert Weyand, Rheinbrohl, der mit seiner Zuchtgruppe herausragende 385,0 Punkte erzielt.  Insgesamt sind sieben Zuchtgruppen gemeldet. Wolfgang Herrmann, Rudolf Wiesbeck und Johannes  Renninghoff erreichen 379,5 Punkte. Ein Siegertier mit 96,5 Punkten geht an Rudolf Wiesbeck, Langensendelbach.

Bundesrammlerschau Lingen 2001
11 Tiere sind ausgestellt. Die Bewertungen reichen von 89,5 bis 96,0 Punkte, ein damaliges Spitzentier von Wolfgang Herrmann.

Bremen 2001
20 Gelbe Riesen werden ausgestellt. Mit 381,5 Punkten wird Johannes Renninghoff Deutscher Meister und erringt mit einer 96er Häsin den Klassensieger. Den ZDKE erhält Hinni Hubert, Bexhövede (376,5 Pkt.).

Riesenclub - Vergleichsschau Schloss Neuhaus 2002
8 Tiere in zwei ZG. Für diese immer noch seltene Rasse ein gutes Meldeergebnis auf Clubebene. Die guten Felle und Farben werden in der Berichterstattung besonders hervorgehoben. 379,5 Punkte Johannes Renninghoff  und 377,5 Punkte Bernd Biefel, Neuwied. Bundesrammlerschau 2003 Kassel 13 gemeldete Deutsche Riesen gelb. Bernd Biefel stellt das beste Tier mit 96,5 Punkten. Ein weiteres schönes Tier kommt aus der Zucht von der Zuchtgemeinschaft Best, Tangstedt und erhielt 96 Punkte. Stuttgart 2003 42 Tiere in 10 ZG und zwei ET haben das Meldeergebnis der letzten Bundesschau mehr als verdoppelt! Deutscher Meister wird ZGM Best, Tangstedt mit 381 Punkten.
380 Punkte gibt es für Hubert Segieth, Lünen und Johannes Renninghoff.
Der Bundessieger geht mit 96,5 Punkte an Johannes Renninghoff, wobei auch Rudolf Wiesbeck, Langensendelbach einen Klassensieger mit der gleichen Punktzahl zeigt. Günter Schuster, Penzberg erreicht 378,5 Punkte.

Riesenclub- Vergleichsschau 2004 Cuxhaven
8 Tiere in zwei ZG. Detlef Trilott, Salenburg, Riesenclub Hannover, erreicht mit seinen Zuchtgruppen 381 und 379 Punkte. Bundesrammlerschau 2005 Erfurt 10 Rammler werden ausgestellt.  Die ZGM Best erzielt zweimal 96 Punkte.

Nürnberg 2005
Stolze 67 Tiere werden präsentiert, wobei noch zwei weitere ZG fehlerhaft bei den Grauen eingereiht werden. Der Deutsche Meistertitel geht an Thorsten Kellermann, Buchholz mit 381,5 Punkten. Mehrere ZG unterschiedlicher Aussteller folgen mit 379, 5 und 379 Punkten. Mehrere 96 er Tiere sind zu bewundern. Ein für DR-gelb beeindruckendes Ergebnis. Riesenclub- Vergleichsschau 2006 Offenburg 16 Tiere in 4 ZG werden gezeigt. Lars Haack, Club Schleswig-Holstein erreicht den 1. Clubmeister mit 381,5 Punkten. Günter Schuster erzielt 381 und 380 Punkte. Ihm wird für die sehr gute Gesamtleistung der Minister-Ehrenpreis des Landes Baden-Württemberg überreicht. Bundesrammlerschau 2007 Neumünster 11 Rammler sind zu sehen. In der Berichterstattung wird darauf hingewiesen, dass noch viel züchterische Arbeit zu leisten ist. Den schönsten Rammler zeigt Andre Huckfeld, Tangstedt, mit 96 Punkten.  Bemerkenswert, dass auf der angeschlossenen Landesverbandsschau Schleswig-Holstein weitere 20 DR – Gelb präsentiert werden. Thorsten Kellermann wird hier mit 382,5 Punkten Landesmeister.
  Bremen 2007 Die sensationelle Tierzahl von 76 Tieren mit zum Teil traumhaften Ergebnissen lässt diese Schau zum bisher größten Erfolg für den gelben Farbenschlag werden. Es scheint, als hätten diese sich endgültig fest etabliert. Thorsten Kellermann stellt eine Zuchtgruppe mit 385,5 Punkten und erreicht damit den Deutschen Meistertitel. Die Bundessiegerhäsin von Johannes Renninghoff  erhält sensationelle 97,5 Punkte. Der Bundessiegerrammler stammt ebenfalls von Johannes Renninghoff  und erreicht 97 Punkte. Eine solche Bewertung hat es bis dato noch nie gegeben. Solche Erfolge tragen auch zur weiteren Verbreitung bei. Johannes Renninghoff  wird mit 385 Punkten Deutscher Vizemeister. 384 Punkte erreicht Thomas Wiesbeck und erhält dafür einen ZDRKE.  Es ist auffällig, dass auch viele neue Namen unter den Ausstellern sind. Weitere Ehrenpreise konnten vergeben werden. Weit mehr als die Hälfte aller Tiere waren zum Verkauf angeboten und wurden tatsächlich auch verkauft. Die Nachfrage ist mittlerweile enorm gestiegen. Dies lässt hoffen, dass weitere Interessierte ernsthaft züchten und ihre Tiere auf Ausstellungen präsentieren. Namhafte Züchter der Deutschen Riesen grau bestätigten ebenfalls, dass sich die Gelben deutlich weiterentwickelt haben. In der Berichterstattung im DKZ Heft 3/2008 durch Stefan Marquardt wird beschrieben, dass die Deutschen Riesen gelb bis auf wenige Ausnahmen den größten züchterischen Fortschritt erkennen ließen.
 
Zuidlaren, Niederlande 1992
Insgesamt sind 33 Tiere gemeldet. Ein überraschend starkes Meldeergebnis. Niederlande, Österreich, Luxemburg und Deutschland sind vertreten. Johannes Renninghoff  stellt eine Siegerhäsin mit 96,5 Punkten und erringt den Titel Nationaler Meister. Die niedrigste Bewertung liegt bei 89,0 Punkten. Dies zeigt die zu diesem Zeitpunkt noch großen Qualitätsunterschiede auf.
Brno , Tschechische Republik 1998
Alleiniger Aussteller, Johannes Renninghoff, 4 Tiere , 372,5 Punkte.
Wels, Österreich 2000
9 Tiere insgesamt, Bernd Biefel stellt die beste ZG mit 375,0 Punkten. Rudolf Wiesbeck erreicht 374,0 Punkte.
Prag, Tschechische Republik 2004
10 Tiere insgesamt, Johannes Renninghoff  erreicht 380,5 Punkte, Annette Römisch 379 Pkte.
Leipzig 2006
26 Tiere in 5 ZG und 6 ET. Thorsten Kellermann erzielt das beste Ergebnis mit 383,5 Punkten. Annette Römisch, Fürth,  381,5 und Johannes Renninghoff  380,5 folgen. Wilfried Schulze, Hoyerhagen,  stellt zwei 1,0 mit 96,5 Punkten und Johannes Renninghoff  eine 0,1 mit 96,5 Punkten.

Die Zucht schon nach dem Absetzen der Häsin von den Jungtieren kann die erste Selektion durchgeführt werden. Die zweite Selektion erfolgt bei mir nach etwa 4-5 Monaten. Danach werden vorzugsweise die Tiere für die Ausstellungen behalten, die sich dann so nach und nach immer deutlicher herauskristallisieren.  Pro auszustellende Zuchtgruppe behalte ich mindestens 5 – 6 Tiere im Stall, um für alle Fälle auch Ersatztiere zu besitzen. Ein Durchschnittsgewicht von 8 kg ist heutzutage bei den Gelben festzustellen.  Insofern entspricht dies dem Standard und den heutigen Ansprüchen an ein gutes Tier. Der Riesentyp ist bei den Gelben jedoch noch nicht immer vorhanden, so dass diesem auch besondere Beachtung zukommen muss. Von einem Riesen wird ein entsprechender Körperbau und Stellung verlangt, vor allem aber auch Körperlänge. Die hin und wieder auftretenden losen Schulterblätter sind nach heutigem Zuchtstand nicht mehr akzeptabel. In diesen Fällen kann man als Züchter natürlich keine guten Bewertungen in der Körperform erwarten. Die Vorderläufe könnten bei vielen Tieren noch etwas stämmiger sein. Hin und wieder treten helle Binden auf, die es ebenfalls durch Auslese zu beseitigen gilt. Auch auf zu dünne und zu weiche Felle ist zu achten, denn es fehlt im Durchschnitt noch an der Dichte. Diese Tiere sind zur Zucht nicht geeignet. Es gibt mittlerweile schon gute Fellträger unter den Gelben, wobei gerade in dieser Position der Unterschied zu den grauen Spitzentieren noch auffällig ist. Die Farbe wird bei den Gelben Riesen noch unterschiedlich gesehen und bewertet und ist insofern noch problematisch. Tragen die Tiere wirklich das Gelb der Gelbsilber ohne Silberung, so ist die Unterfarbe auch entsprechend heller. Bei besserer Unterfarbe sind die Tiere zu dunkel und reichen ins Rötliche hinein.

Auch die immer wieder auftretenden hellen Flanken stören und müssen verbessert werden. Der dunkle Anflug insbesondere der Grannenhaare muss verschwinden. Von den Züchtern wird die Farbe hier und da unterschiedlich beurteilt. Dies wahrscheinlich auch deshalb, weil in Fachartikeln unterschiedliche Angaben zu lesen sind. Während einige argumentieren, die Bauch- und Blumenunterseite muss in das cremefarbige übergehen, achten andere auf ein reines weiß. In einem Fachartikel DKZ 20/1998 schreibt Heinz Floer, dass alle Teile des Körpers, welche bei den wildgrauen Riesenkaninchen weiß sind, auch bei den Gelben weiß sind. Hier wäre eine eindeutigere Beschreibung im Standard unter Deutsche Riesen gelb hilfreich. Dieser führt zwar bei den Gelbsilber die Bauchfarbe als weiß bis cremefarbig an, ist aber vielleicht aufgrund der Positionierung bei den Silberkaninchen in Verbindung mit deren Silberung  etwas verwirrend. Zur Blumenunterseite werden gar keine Angaben gemacht. Tiere mit reinweißer Bauch- und Blumenunterseite haben erfahrungsgemäß eine hellere Unterfarbe. Auch hierzu wird im o.g. Artikel ausgeführt, dass die Grundfarbe etwas heller, auf dem Bauch schließlich weiß ist. Wenn dies so ist, sollte dies natürlich auch bei der Bewertung der Unterfarbe berücksichtigt werden.

Ein Vergleich mit den Burgunderkaninchen hinsichtlich der Deckfarbe zeigt, dass selbst hier bei vorzüglichen Tieren eine geringfügige Aufhellung der Seiten zu beobachten ist. Das muss wohl auch bei den Gelben Riesen toleriert werden. Übrigens ist bei den Burgundern die Bauchunterseite hell bis cremefarbig, die Blumenunterseite aber weiß.
Farbunterschiede der einzelnen Tiere sollten jedoch unbedingt vermieden werden. Dies verlangt von Züchtern und Preisrichtern viel Fingerspitzengefühl.
Die Ohren könnten insgesamt noch etwas breiter und abgerundeter sein, bei einigen Tieren sind sie im Verhältnis zum Körper noch zu kurz.

Besonders schön anzuschauen sind farblich ausgezeichnete Jungtiere. Diese bereiten in der Zucht sehr viel Freude. Ohnehin genieße ich den Aufenthalt bei meinen Tieren. Großteils kann ich hier völlig abschalten, so dass es nicht nur Arbeit, sondern auch Ausgleich und ein Stück weit Erholung bedeutet.

2 sehr viel versprechende Nachwuchstiere 1,0 und 0,1 im Alter von 6 Monaten aus dem Zuchtjahr 2008

Einige Zuchtfreunde berichteten zum Teil von größeren Verlusten wahrscheinlich aufgrund der Enterocolitis. Bis dato bin ich glücklicherweise weitestgehend von diesem Drama verschont geblieben. Vielleicht ist dies unter anderem der Tatsache geschuldet, dass ich im Jungtieralter von 8 -10 Wochen die Häsin absetze und die Jungtiere noch mehrere Wochen zusammen in diesem Stall belasse, wobei ich selbstverständlich auf große Sauberkeit achte. Nur bei zu geringem Platzangebot trenne ich die 0,1 und 1,0. Zudem gebe ich besonders in dieser Zeit reichlich Obst-, Tannen- und Weidenzweige als Nahrungsergänzung dazu, welches die Tiere sehr gern annehmen. Außerdem sind hiermit die lebhaften Jungtiere länger beschäftigt. Die jüngeren Triebe bzw. dünneren Zweige werden komplett gefressen, von den restlichen Ästen wird die Rinde abgenagt. Regelmäßig füttere ich vor allem nach dem Absetzen etwas getrocknete Petersilie und gebe dies auf das Trockenfutter oben drauf, sozusagen als Appetitanreger. Tatsächlich werden auch diese in den allermeisten Fällen zuerst gefressen. Das Trockenfutterangebot bis zu 4 Wochen nach dem Absetzen besteht in einem deutlich verringerten Anteil an Pellets, also einem erhöhten Anteil an natürlicher ballaststoffreicher Nahrung. Mit dieser Verfahrensweise habe ich jedenfalls beste Erfahrungen gemacht.
 
Eine weiterhin kontinuierliche Zuchtarbeit wird die Qualität des gelben Farbenschlages auch in der Breite ansteigen lassen. Die Spitzentiere werden in der Bewertung enger zusammenrücken. Die großen „Ausreißer“ mit 89 Punkten wie noch vor einigen Jahren wird es wohl nicht mehr geben.  Ein größerer stabiler Kreis von Zuchtfreunden ist vorhanden, welcher ernsthaft und akribisch an der Qualitätssteigerung arbeitet. Mir sind derzeit 46 Züchter im ZDRK bekannt. Viele der Züchter haben regelmäßigen Kontakt untereinander, was sich natürlich auch auf die Motivation und den Zusammenhalt positiv auswirkt. Es wäre wünschenswert, wenn noch mehr dieser Züchter den Vergleich auf den großen Schauen suchen und ihre Tiere präsentieren würden. Alles in allem bleibt im Ergebnis festzuhalten: Die Deutschen Riesen Gelb sind mit den anderen Farbenschlägen konkurrenzfähig geworden. Vielleicht werden sie auch mal Kaninchenrasse des Jahres. Wir hoffen und freuen uns auf weitere Mitarbeit!
 
Johannes Renninghoff
Kleintierzuchtverein Niedernhausen
Riesenkaninchenclub Hessen - Nassau